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Einmal kurz aurfegen bitte, danke.
Das Fat-Mike Interview in der VISIONS hat mich wieder in meiner Meinung gefestigt, dass viele Punks [oder zumindest Menschen, die sich so nennen] im Endeffekt oftmals nur die besseren Faschisten sind. Sie skandieren Individualität für jedermann und jedem das seine. Weg mit dem Rassismus, den Kirchen, dem Kapitalismus, dem Spießertum und jeder Anzugträger kann letztendendes auch nur ein verlorener Mensch sein. Im Endeffekt wollen sie aber keine Welt in der jeder ungezwungen machen kann was er will, sie wollen, das jeder machen kann was SIE wollen. Es geht nicht um "keine Regeln", sondern um "ihre Regeln". Oftmals sind Punkbands nur in der Lage politische Missstände aufzuzeigen. Das ist an und für sich keine schlechte Sache, im Gegenteil. Musik als Sprachrohr ist ein super Medium, um seine Anliegen relativ gewaltfrei einer breiten Masse zu präsentieren, die selbstständig eine Entscheidung fällen kann. Allerdings wird selten bis nie über Lösungswege nachgedacht. Über ernsthafte Lösungswege. Und da hört für mich das Verständnis auf. Mit dem Finger auf Politiker zeigen und "die machen einen Scheiss Job!" krakelen kann jeder. Sich mit Politikern treffen und ernsthaft mit ihnen reden [um vielleicht auch etwas über Hintergründe und Gründe zu erfahren] tut fast keiner. Aktionen wie ZSK's "Kein Bock auf Nazis!" Kampagne oder das Engagement der toten Hosen für "Pro Asyl" bleiben leider die Ausnahme. Der stinknormale Stadtassipunk bleibt bei seinen Kumpels im Park sitzen, trinkt sein Dosenbier und kotzt mit seinen Kumpels über die Spießerwelt ab, die dazu nicken und ebenfalls Dosenbier trinken.

Zum Fat Mike-Interview kann ich nur sagen: Ich hatte mich eh gefragt, was er jetzt nach der Bush-Ära für ein Fass aufmachen würde. Denn auf Obama rumreiten geht nicht, wär ja rassistisch. Jetzt sind eben die Kirchen dran. Dass er dabei Gesetzesentwürfe der Mormonen [allgemein als Sekte annerkannt] bringt, zeugt in meinen Augen von keinem großen Horizont und alle Christen als Faschisten in einen Topf zu schmeissen um ein paar Sätze später zu erwähnen, sein Kind tolerant zu erziehen widerspricht sich, finde ich, letztenendes ebenfalls.

Wahrscheinlich ist es letztendlich nur eine Provokation vom liebenswerten Fettsack und ich bin drauf reingefallen. Vielleicht sind auch meine Vorstellungen von Punk falsch, vielleicht geht es wirklich nur ums provozieren und gar nicht um eine Lösung [quasi "der Weg ist das Ziel"]. Ist dann aber irgendwie nicht Punk, sondern schlichtweg sinnlos.

Einmal aufregen bitte: Ende.
1.6.09 20:34


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